Sonntag, 21. Dezember 2008

The triumph about Mrs. T.

Ich arbeite seit mehr als 7 Jahren in einer Parfümerie und schaue immer völlig überrascht zurück, wie lange ich schon dort bin...
Obwohl es so aussah, dass ich nicht einmal das erste Jahr dort überstehen würde..

Heute gehöre ich wohl zu den schnellsten Packmädchen, die es in unserer Filiale bisher gab. Aber als ich mit dem Packen anfing, war ich wie jeder Anfänger langsam und das Zusehen der Leute machte mich nervös.
Frau T. fing zeitgleich mit mir in der Filiale an, allerdings als Verkäuferin. Weshalb wir uns ein wenig zusammen taten, sie schien wirklich sehr nett zu sein...
Doch nach 6 Monaten, es war Sommer und ich hatte schon 3 Packsaisons hinter mir (Weihnachten, Valentinstag und Ostern) wandelte sich das Blatt. Die Filiale war oft unterbesetzt und so war ich mit unserer damaligen Azubine und Frau T. alleine. Und in all ihrer Langeweile fand sie immer etwas, um mich zu beschäftigen, sei es ihr Pommes zu holen, ihre Parkscheibe zu drehen (weil es gerade Platzregen gab) oder ihre Wocheneinkäufe zu erledigen.
Am liebsten aber ließ sie mich auf Zeit packen. Sie stand dann mit der Stoppuhr neben mir und ließ mich 8 Päckchen packen (egal ob Kugel, Quader, Bonbon...) und zwar so lange bis ich unter 12 Minuten lag (Mittlerweile schaffe ich 8 in knapp 10Minuten ;-P).
Ich war kurz davor zu kündigen!!! Ich wurde rumkommandiert, ausgenutzt und musste mich regelmäßig zum Affen machen. Mit einem Wort mein Job war schlimmer als der als Miranda Priestlys persönliche Assistentin...

Die Kündigung konnte ich mir aber dann sparen, denn ich bekam eine neue Chefin und die nahm alle wesentlich härter dran. Ich war nicht mehr alleine mit den beiden und als sie mich mit ihr einteilen wollte, erklärte ich ihr die Situation.
Als ich in der nächsten Saison wiederkam, arbeitete Frau T. in einer anderen Filiale. Nur ihr Spind erinnerte noch an sie. Und der ist seitdem mein Spind.
Jedesmal wenn ich nun meine Marc by Marc Jacobs Tasche in den Spind lege überkommt mich ein Gefühl des Triumphs. Ich bin immernoch da! Und irgendwann werde ich gehen, wenn ich es für mich frei entschieden habe!!!

Kurz darauf wurde Frau T. übrigens entlassen, scheinbar vergaß sie vor lauter Schikanieren ihren Job.
Ich muss gestehen, dass ein wenig Schadenfreude in mir hochkam nach dieser Nachricht.
Hochmut kommt eben vor dem Fall!

1 Kommentar:

  1. Oh was für eine Geschichte! Aber irgendwie überlebt man solche Drachen!

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Danke für Eure Nachricht! Allerliebste Grüße...